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Jetzt wird mit Kühlwasser geheizt !

Eigentlich liegt die Idee ja ganz nahe. Ein Unternehmen braucht Wasser, um seine Anlagen zu kühlen. Das Wasser erwärmt sich dabei – nun werden wiederum Geräte gebraucht, um dem Kühlwasser die Wärme wieder zu entziehen, damit es wieder kühlen kann. Und nebenan hat die Firma Gebäude, in denen Hallen und Büro beheizt werden müssen. Warum also nicht einfach die Wärme aus dem Kühlwasser zum Heizen nutzen? „Genau das haben wir jetzt für die Synergy Health GmbH an der Gagarinstraße gebaut“, freut sich Frank Erbes. Er ist der Geschäftsführer des gleichnamigen Radeberger Kälte- und Klima-Anlagenbauers.

Die Idee haben die beiden Radeberger Firmen dabei genau auf die Bedürfnisse von Synergy Health zugeschnitten – einem Unternehmen, das sich bekanntlich auf die Sterilisation medizinischer Produkte, die Haltbarkeitsverlängerung von Lebensmitteln spezialisiert hat. „Aber die Anlagen können wir natürlich auch jederzeit für andere Unternehmen bauen“, hofft Frank Erbes auf weitere Nutzer. Denn das Ganze hilft nicht nur eine Menge Geld für Energie zu sparen, sondern ist vor allem gut für die Umwelt, freut sich auch Gerold Quilitz, Chef von Synergy Health in Radeberg. Ihm war die Sache schon lange der sprichwörtliche Dorn im Auge. Denn sein Unternehmen nutzt einen sehr energieintensiven Elektrobeschleuniger, der jede Menge Wärme erzeugt und wie erwähnt durch Wasser gekühlt wird. „ Und wir haben hier nun immer wieder Wärme aus dem Kühlwasser gezogen und nicht genutzt.“ Und so entwickelte ERBES-KÄLTE nun eine Anlage, mit deren Hilfe Wärmepumpen aus der Produktion von Mitsubishi-Electronic nach wie vor die Wärme aus dem Kühlwasser ziehen, diese gewonnene Abwärme aber nun zum Heizen in den benachbarten Lager-Neubau von Synergy Health bringen. „Es werden nun also zusätzlich weder Gas oder fossile Brennstoffe gebraucht, um die Räume zu heizen – das übernimmt jetzt die ja sowieso vorhandene Wärme aus dem Kühlwasser der Anlagen“, beschreibt Frank Erbes. Energieeffizienter geht es eigentlich kaum, schiebt er durchaus ein wenig stolz nach. Und auch Gerold Quilitz ist begeistert. Immerhin gut tausend Quadratmeter Lagerfläche werden nun mit Abwärme geheizt. „Damit sind wir hier unabhängig vor Energiekosten, das ist durchaus auch ein wichtiger Schritt“, sagt der Geschäftsführer. Und schaut schon mal in die Zukunft. „Wir werden das sicher nur Schritt für Schritt ausbauen“, so Gerald Quilitz und hat schon den einen oder anderen Gebäudeteil im Blick.

Umweltfreundlich und flüsterleise

Von den neuen Wärmepumpen hören die benachbarten Anwohner übrigens nichts, macht zudem Frank Erbes klar. „Die Pumpen sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch flüsterleise“, sagt er und kommt dann ebenfalls ein wenig ins Schwärmen. „Es macht richtig Spaß, mit solchen Kunden wie Syngery Health zusammen zu arbeiten, die auch selbst Ideen einbringen, an deren Lösung wir dann gemeinsam arbeiten können“, freut sich der Radeberger Kältespezialist.

(Dieser Artikel wurde am 27. Februar 2016 in der Sächsischen Zeitung, unter der Rubrik: Gesichter der Wirtschaft, veröffentlicht. Autor ist Jens Fritzsche, Fotograf Thorsten Eckert)